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Erstellungsdatum: 05. Dezember 2017, 10:39 Uhr


Bearbeiter: Edith Köchl

„70 JAHRE MODESCHULE HETZENDORF"


Foto: Lena Hoschek & Juergen Christian Hoerl (c)Stefanie Starz

 

 

Jubiläumsausstellung bis 7.Dezember

 

 

 

 Gefeiert wird mit einer umfassenden Jubiläumsausstellung von einst bis heute, die noch bis 7.Dezember zu sehen ist....


Zur Schau gestellt werden zahlreiche Exponate und Illustrationen von ehemaligen und derzeitigen SchülerInnen, historische Dokumente sowie Modelle ausgewählter Projekt-kooperationen. Die Ausstellung bietet einen Einblick in die Ausbildung vergangener Jahrzehnte, gegenwärtige Standards und zukunftsweisende Schwerpunkte. Dazu Direktorin Monika Kycelt: „Wir haben in den letzten Monaten in unserem reichhaltigen Archiv gestöbert und eine Vielzahl an Schaustücken zusammen-getragen. Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, anhand der zahlreichen Exponate sowie historischen Dokumente die Einzigartigkeit der Ausbildung zu zeigen und damit den besonderen Hetzendorf-Spirit einzufangen. Besonders freue ich mich auch über das große Interesse, das uns viele Absolventinnen und Absolventen im Zuge der Vorbereitungen entgegengebracht haben."


Zahlreiche Gäste aus der Fashionszene kamen zur Eröffnung der Jubiläumsausstellung. Darunter auch Hetzendorf-Absolventin Lena Hoschek, die schon längst zu den Stardesignern zählt und rückblickend meint: „Ich bekam damals Kritik, zu kommerziell zu sein. Heute geht es in der Ausbildung viel mehr darum, seine Designs auch zu verkaufen. Ich wollte immer beides ..."

 

 


Weiters gesehen Sabine Karner, Eva Buchleitner, Christine Rohr, Juergen Christian Hoerl, Tanzschulleiter Thomas Schäfer-Elmayer,  Trend-Expertin Irmie Schüch-Schamburek, u.v.m. Sie alle folgten der Einladung und genossen inspirierende Eindrücke, nostalgische Rückblicke und spannende Ausblicke im Hinblick auf die einzigartige Talenteschmiede für Mode. Auch Anni Radnitzky, Schülerin der ersten Stunde, dem Gründungsjahrgang 1947/48, ließ es sich nicht nehmen, ihre Ausbildungsstätte zu diesem besonderen Anlass zu besuchen.

Die Ausstellung in dem großartigen Barock-Ambiente mit den prachtvollen Fresken präsentiert die Modeschule Hetzendorf mit ihrer 70-jährigen Geschichte aus der Perspektive eines Sammlerehepaares mit Modeobsession. Der Gang durch die Ausstellung erfolgt in einem inszenierten Lebensraum dieses Sammlerpaares und schließt die Kunst und Architektur des Schlosses mit ein. „Anstelle einer chronologischen Anordnung finden sich die Schaustücke in thematischen Installationen. Auf die Fokussierung einzelner Persönlichkeiten haben wir zugunsten des Gesamtbildes verzichtet. Ziel der Ausstellung ist es, die Vielfalt der Ausbildung im Wandel der Zeit zu zeigen", erörtert Direktorin Monika Kycelt.  


Rund 500 Exponate und Illustrationen, ein großes Archiv, sowie Foto- und Videopräsentationen geben Einblick in die Ausbildung vergangener Jahrzehnte, gegenwärtige Ausbildungsstandards und zukunftsweisende Schwerpunkte. Beeindruckend das Archiv mit zig Ordnern zum Durchblättern von in tausenden auf Fotos im Laufe von 70 Jahren festgehaltenen Schularbeiten, darunter auch Entwürfe aus Papier, seinerzeit allerdings nicht aus Spaß. Bis mindestens in die 60er Jahre gab es so gut wie kaum Stoffe, um Kleidung herzustellen, erzählt eine Absolventin des Jahrganges 1959. Da aber Not bekanntlich erfinderisch macht, wurden Kleider, Kostüme usw. einfach aus Krepp-Papier, das es in allen Farben gibt, kreiert und genäht. Die Ordner begeistern auch Stardesigner Juergen Christian Hoerl: „Besonders durch das große analoge Archiv bekommt man einen tollen Überblick über die modische Entwicklung der letzten 70 Jahre!"

Noch bis einschließlich Donnerstag, 7. Dezember 2017 kann die Ausstellung im Schloss Hetzendorf täglich von 10 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt besucht werden. Im Jubiläumsshop können exklusive, limitierte Designprodukte „Made in Hetzendorf" erworben werden.


Geschichte der Modeschule
Die Modeschule Wien in Schloss Hetzendorf ging aus der 1897 gegründeten „Kunstschule für Frauen und Mädchen" hervor. Bis in die erste Hälfte der 1920er-Jahre fand die Ausbildung an unterschiedlichen Atelierstandorten statt. Mit der Etablierung akademischer Klassen erfolgte 1925 die Änderung des Schulnamens in „Wiener Frauenakademie und Schule für freie und angewandte Kunst". 1926 konnte der neue Schulstandort in Wien Landstraße, Siegelgasse 2-4 bezogen werden. 1939 wurde die Wiener Frauenakademie von der Stadt Wien übernommen. 1942 erfolgte die Umbenennung in „Kunst- und Modeschule der Stadt Wien". Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Schulgebäude durch Bombardements zerstört. Der Unterricht fand zunächst in reduzierter Form an Ausweichorten statt. 1945 wurde der Unterricht schließlich eingestellt.
1946 übersiedelte die Schule in das teilweise bombenbeschädigte Barockschloss Hetzendorf. Der erste Jahrgang der neu gegründeten „Modeschule der Stadt Wien im Schloss Hetzendorf" startete im Schuljahr 1947/48. Im Unterschied zur früheren Kunst- und Modeschule wurde im neuen Lehrplan der fünfjährigen Mode-Fachschule ein starkes Augenmerk auf die handwerkliche Ausbildung in eigenen Schulwerkstätten gelegt. 1967 wurden erstmals Burschen zugelassen. Seit 1996 wird die Schule als „Höhere Lehranstalt für Modedesign und Produktgestaltung" mit Reife- und Diplomprüfung abgeschlossen.

Modeschule Wien im Schloss Hetzendorf,
Hetzendorfer Straße 78,

1120 Wien
www.modeschule.wien.at
www.facebook.com/modeschulewien

Fotos: © MA13-Zimmermann7 © Stefanie Starz



 

 





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